Kolumne: Alex´Corner

Alex´Corner ist die Formel-1 Kolumne unseres Experten Alex. Hier erfahrt Ihr immer die allerwichtigsten Neuigkeiten, geheime Trends, spekulative Vermutungen und alles, was der wirkliche F1-Fan begehrt. Da, wo sich der Laie wundert und der Fachmann staunt, da fängt Alex´Corner erst an..

In seinen wöchentlichen Telefonaten mit Bernie, Max und Co. dringt Alex in Sphären vor, die kein Kai Ebel zuvor gesehen hat...

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2000-05-24: Jordan in der Krise

Endlich das erste Regenrennen der Saison! Und das dies ausgerechnet am Nürburgring stattfand, kann unter Meteorologen nicht als verwunderlich bezeichnet werden.
Ferrari und Michael Schumacher sind wieder oben auf, das schlechte Wetter in der Eifel konnte den Rückstand, den das italienische Team inzwischen auf McLaren-Mercedes hat noch mal vertuschen. Hätte das britisch-deutsche Team nicht David Coulthard sondern Mika Häkkinen als erstes zum Tankstop beordert, wäre sogar ein Sieg möglich gewesen. Aber wir wollen ja bei den Tatsachen bleiben. Und so müssen wir sagen: 4. Schumacher-Sieg im 6. Grand Prix. Das bedeutet eine souveräne Führung in der Fahrerweltmeisterschaft, aber auch Ferrari wird Ausfälle in dieser Saison haben. Und dann ist McLaren da. Und zwar mit 2 Fahrern.
Aber was ich schon beim letzten mal andeutete, dass David den Speed von Mika nicht mitgehen kann, hat sich an diesem Wochenende wieder bestätigt. Mika hat vollkommen Recht, wenn er sagt: David ist mit seinem Speed am Limit, und ich bin schneller. Aber wie sagen die Briten ja immer so schön: If you want to finish first, you have to finish first. Auch Eddie Irvine ware im letzten Jahr beinahe Weltmeister geworden, obwohl er langsamer als sein Teamkollege war.
Was sich dahinter so tut ist aber wohl noch interessanter zu beobachten. Alex Wurz hatte mir versichert, dass das schlechte Abschneiden Benettons bei den letzten 3 Grand Prix allein darauf zurückzuführen sei, das diese Strecken dem Benetton einfach nicht schmecken. Ich habe es nicht geglaubt, aber Giancarlo Fisichella konnte es beweisen. Alex selbst leider nicht, was seiner Position im Team nicht gut tun dürfte. Ebensowenig wie die Art und Weise, wie er sein Rennen und das von Johnny Herbert beendet hat. Doch Flavio Briatore hat ein Machtwort gesprochen und definitiv bestätigt, dass Wurz in jedem Falle noch bis zum Saisonende bei Benetton fahren wird.
Arrows konnte sein Potential endlich einmal in Punkte umsetzen, Williams wird versuchen das Rennen möglichst schnell zu vergessen. Ein unglückliches Rennen kann und darf auch mal passieren. Bei BAR sieht das nicht viel anders aus, in Monaco sollte man dann aber mal wieder ins Ziel kommen um nicht auch in Schwulitäten zu geraten. Um allerdings Jacques Villeneuve zu halten, müssten deutlich größere Erfolge her. Er selbst bringt sich in einem Interview mit Williams in Verbindung, was aber unmöglich ist, da Williams bereits jetzt 3 Fahrer für die nächste Saison unter Vertrag hat. Aber, so wird gemunkelt, der (oder einer der, wenn Häkkinen das Jaguar-Angebot annimmt) freiwerdende Platz bei McLaren ist eine mögliche Alternative, für den Fall, dass BAR in dieser Saison nicht zum Siegfähigen Team reift. Und das wird nicht passieren.
Kritisch hingegen wird es bei Jordan. Jarno Trulli, der von den Medien allerdings genauso totgeschwiegen wird wie Zonta im BAR-Team, erreichte zwar ein ansprechendes Qualifying-Ergebnis, ansonsten lief beim irischen Team aber leider nicht viel. Frentzen nur auf Startplatz 10, aber das eigentliche Debakel folgte erst im Rennen. Jarno Trulli war beim Start nach einer Kollision der erste Fahrer, der das Rennen vorzeitig beendete. Heinz-Harald folgte ihm 2 Runden später durch einen kapitalen Motorschaden. Bei einem Motor der nach teaminternen Einschätzungen 30-40 PS weniger leistet als das Triebwerk der BAR-Honda. Bei den Vertragsverhandlungen mit HHF über die nächste Saison hilft Jordan auch die Tatsache, dass man noch immer keinen potenten Motorlieferanten oder gar -partner vorweisen kann, nicht gerade weiter.
Der Verlust Mike Gascoines wird, obwohl Eddie das nicht einsehen will, einen weiteren Rückschlag bedeuten. Ohne konkurrenzfähigen Motor wird man, zumal dann auch noch ohne Frentzen, ins Niemandsland der Formel 1 abstürzen. Eddie Jordan ist jetzt gefragt. Jetzt geht es darum, dem Team eine Zukunft dort zu sichern, wo man sich in den letzten Jahren mühevoll hingearbeitet hat und wo man zweifelsohne hingehört: Dem Vorderfeld der Formel 1. Ich wünsche ihm dabei viel Glück, sehe aber aktuell keine praktikable Lösung für die pikanten Probleme. Wann geht denn wohl mal wieder die Post ab?
Alles Gute - Ute

Euer Alex!

 

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