Kolumne: Alex´Corner

Alex´Corner ist die Formel-1 Kolumne unseres Experten Alex. Hier erfahrt Ihr immer die allerwichtigsten Neuigkeiten, geheime Trends, spekulative Vermutungen und alles, was der wirkliche F1-Fan begehrt. Da, wo sich der Laie wundert und der Fachmann staunt, da fängt Alex´Corner erst an..

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2000-10-11: Häkkinen fairer Verlierer

Mika Hakkinen hat es geschafft. Nach seinen 2 WM-Titeln in den Jahren ´98 und ´99 hat er sich durch einen 2. Platz die Vize-Weltmeisterschaft 2000 gesichert. Er ist somit außer dem großen Juan-Manuel Fangio der einzige Doppel-Weltmeister, der es vollbracht hat, im dritten Jahr einen Vize-Weltmeister- oder Weltmeistertitel zu erringen.
Dies gelang weder Alberto Ascari, noch Sir Jack Brabham, noch Alain Prost und sogar Ayrton Senna wurde im Jahr nach seinen 2 WM-Titeln nur WM-Vierter. Natürlich ist es auch Michael Schumacher 1996 nicht gelungen unter die ersten beiden Plätze der WM zu fahren. Diese grandiose Leistung feierte Hakkinen im Anschluss an das Rennen in Japan, typisch japanisch, zusammen mit Michael Schumacher, der seinen GP-Sieg feiern konnte, in einer Karaoke-Bar, wo die beiden noch spät in der Nacht zusammen "Smoke on the water" sangen.
Und wieder einmal bewiesen Hakkinen und Schumacher, dass sie, Schumacher mit und Hakkinen ohne Nr. 1-Status, ihre Teamkollegen sicher im Griff haben und zurecht als die herausragenden Fahrer der letzten 3 Jahre dargestellt werden. Natürlich braucht man auch gutes Material, aber Coulthard bzw. Barrichello im gleichen, oder bei Ferrari in einem zumindest gleich lackierten Auto so klar zu distanzieren, dass verdient schon eine gehörige Portion Respekt.
Bei Williams wird man dies Rennen mit gemischten Gefühlen gesehen haben. Zwar konnte man sich sowohl im Qualifying als auch im Rennen als das Top-Team hinter McLaren und Ferrari beweisen, unglücklich wird man jedoch sein, dass Ralf keine Punkte einfahren konnte. Auch die brilliante Vorstellung Jenson Buttons, der nach den McLaren und Ferrari die schnellste Rennrunde fuhr, hat einen faden Beigeschmack. Er erweist sich schon jetzt als ebenbürtiger Gegner von Ralf, und das, obwohl er auf fast keiner GP-Strecke jemals gefahren ist. Man sprach zu Saisonbeginn von dem Rohdiamanten Jenson Button, aber langsam dürfte auch Williams klar werden, dass es nicht mehr viel Schliff bedarf um ihn zum WM-tauglichen Juwel zu machen. Und diesen Jenson Button hat man jetzt für 2 lange Jahre an die Konkurrenz von Renault ausgeliehen.
Da es vorne kaum Ausfälle gab, muss man bei BAR mit dem einen Punkt zufrieden sein. Auch Zonta fuhr ein beherztes Rennen, bewies aber erneut, dass er mit Villeneuve in diesem Auto einfach nicht mithalten kann. Jordan hingegen versucht, die Saison so zu beenden, wie sie die ganze Zeit gelaufen ist. Das bedeutet vorm letzten Rennen in Malaysia einen ernüchternden sechsten Rang in der Konstrukteurs-WM. Eddie Jordan wird die Tage zählen, bis diese so enttäuschende Saison vorbei ist. Und nächste Saison mit echter Honda-Power und Ricardo Zonta als Test- und Ersatzfahrer wieder voll angreifen. Das die Stammpiloten das Zeug zum Siegfahrer haben, hat Frentzen in der letzten, Trulli in dieser Saison bewiesen.
Nicht überraschend aber trotzdem stark war die Performance von Jaguar. Mit 2 echten Suzuka-Spezialisten angereist war das sicherlich das Beste, was Jaguar in dieser Saison gezeigt hat. Auch hier ist es nur der hohen Zuverlässigkeit der Top-Teams zuzuschreiben, dass diese Leistung nicht mit Punkten belohnt wurde.
Bei Benetton scheint sich Wurz wieder etwas zu fangen, was natürlich erstens zu spät ist und zum Zweiten auch dadurch begründbar wäre, dass Fisichella nach diesem fantastischen WM-Auftakt und der Pleitenserie der letzten Wochen und Monate ein wenig die Motivation zu verlieren scheint. Bleibt nur zu hoffen, dass er sie bis zum Saisonauftakt 2001 wiederfindet, denn gegen einen Jenson Button, der jede Strecke kennt, darf man sich keinen Durchhänger leisten, sonst steht man ganz schön im Regen. Und was das bei Briatore bedeutet, hat man am Beispiel Wurz sehr gut mitverfolgen können.

Euer Alex!

 

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