Kolumne: Alex´Corner

Alex´Corner ist die Formel-1 Kolumne unseres Experten Alex. Hier erfahrt Ihr immer die allerwichtigsten Neuigkeiten, geheime Trends, spekulative Vermutungen und alles, was der wirkliche F1-Fan begehrt. Da, wo sich der Laie wundert und der Fachmann staunt, da fängt Alex´Corner erst an..

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2008-08-04: BMW am Ende – Nur noch Hamilton kann Ferrari stoppen

If you want to finish first, you have to finish first. Dieser simple und doch so tiefgründige – ja fast philosophische Rennfahrerausspruch steht nach Angaben von Alesis Frau Kumito Goto bereits seit den Zeiten, als Jean Alesi mit der Startnummer 27 an der Seite Gerhard Bergers einen Ferrari pilotierte, auf der Rückseite der Ferrari-gelben Fußmatte, die nun bereits im 15. Jahr den Eingangsbereich des Ferrari Motorhomes schmückt.

Und niemals war er wahrer als am vergangenen Sonntag in Budapest. Ein perfektes Auto, so sagt man, fällt wenige Meter nach dem Überqueren der Ziellinie auseinander. So gesehen war der Ferrari von Felipe Massa fast perfekt. Anders als Massa selbst aber eben nur fast. Nun werden Rennen aber nicht im Konjunktiv gewonnen und ein Fast-Weltmeister ist weder Geschichtsbuch, noch darf er in der Folgesaison die Startnummer 1 um die Rennstrecken dieser Welt pilotieren.

Wie nah in einem solchen Rennen das Limit und das entscheidende Quentchen über dem Limit beieinander liegen, hat neben Massa aber auch Hamilton spüren müssen. Beide forderten ihrem Wagen (der eine dem Motor, der andere den Reifen) etwas mehr ab, als drin steckte. So feierte Heikki Kovalainen seinen ersten Sieg und hatte nach vielen unglücklichen Rennen nun den Faktor Glück mal auf seiner Seite.

Und auch Raikkönen kann recht glücklich mit dem Resultat sein. Zwar zeigte Kimi bei freier Fahrt einen Speed, der den Verantwortlichen Managern in Woking einige langfristige Sorgenfalten mehr auf die Stirn projizieren sollte, als der Reifenschaden Hamilons. Doch das schwache Qualifying des amtierenden Weltmeisters und der unglückliche Fakt, dass sein Start so gut war, dass bereits nach wenigen hundert Metern der viertplatzierte Kubica neben ihm ihn so weit von der Ideallinie abbrachte, dass Alonso auf sauberem Geläuf an Raikkönen vorbei ziehen konnte, verdarben auf der „Überholverbotsstrecke“ Hungaroring jegliche Chancen.

Würden Rennen nun doch im Konjunktiv gefahren, könnte man argumentieren, dass Raikkönens Speed genügt hätte, um beim ersten Stopp an dem erschreckend schwachen BMW von Kubica (1. Stopp in Runde 18) sowie am ebenfalls vor ihm zum Stopp hereingeholten Glock vorbei gegangen wäre und beim zweiten Stopp hätten 3 Runden mehr deutlich genügt, um auch Kovalainen hinter sich zu lassen.
So hat allerdings Lewis Hamilton seinen Vorsprung in der WM auf 5 Punkte gegenüber Raikönen und 8 Punkte gegenüber Massa noch ausgebaut. Doch Ferrari hat gezeigt, dass es ein Kampf auf Augenhöhe ist, den sich die beiden Piloten mit Lewis Hamilton in den verbleibenden 7 Rennen liefern werden.

Nicht mehr einmischen werden sich in diesem Kampf die BMW Piloten. Rang 8 für Kubica nach einem eigentlich problemlosen Rennen und Rang 10 für Heidfeld nach einer erneut miserablen Qualifying Leistung sprechen Bände. Zwar weiß man bei BMW sehr gut, dass langsame Strecken dem Wagen nicht gut liegen, doch dass sowohl Toyota als auch Renault jeweils mit beiden Fahrzeugen deutlich schneller sind als die Blau-Weißen, ist durchaus ungewöhnlich.

7 Rennen liegen nun noch vor uns und bei den Teams werden die Ziele neu sortiert. BMW kann sich auf 2009 konzentrieren, da Rang 3 bei den Konstrukteuren bereits sicher ist und nach vorn wohl kaum etwas geht. Toyota wird sich mit Renault noch des Öfteren um vierte, fünfte und sechste Plätze duellieren während McLaren und Ferrari um die WM Kämpfen. Hamilton hat dabei den vermeintlichen Vorteil, die klare Nummer 1 im Team zu sein. Ferrari kann das Ganze gelassener angehen und hoffen, dass beide Piloten sich wenn die Performance im Rennen und vor Allem im Qualifying stimmt, vor dem Briten platzieren können.

Spannend bleibt es sicher – wie im Vorjahr – bis zum Showdown in Sao Paulo. Diesmal allerdings mit einem Massa, der beim Saisonfinale zu Hause noch Weltmeister werden kann…

Euer Alex!

 

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