Kolumne: Alex´Corner

Alex´Corner ist die Formel-1 Kolumne unseres Experten Alex. Hier erfahrt Ihr immer die allerwichtigsten Neuigkeiten, geheime Trends, spekulative Vermutungen und alles, was der wirkliche F1-Fan begehrt. Da, wo sich der Laie wundert und der Fachmann staunt, da fängt Alex´Corner erst an..

In seinen wöchentlichen Telefonaten mit Bernie, Max und Co. dringt Alex in Sphären vor, die kein Kai Ebel zuvor gesehen hat...

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2000-07-31: Barrichello-Gala in Hockenheim

Hinter uns liegt ein GP, der genug aufregende Szenen enthielt, um 3-7 spannende Rennen zu gestalten. Schon der Start gab Anlass zum Schmunzeln, da DC mit den von Michael Schumacher legitimierten Mitteln eben diesen in Schach hielt. Da die Schumacher´sche Fahrweise nach dem Motto "Platz da, hier komm ich" nicht bei allen Fahrern die gewünschte Ehrfurcht auslöst und Fisichella sich nicht von ihm auf den Rasen abdrängen ließ, war das Rennen für diese Beiden schon nach wenigen Metern beendet. Und war am Ausfall in Österreich noch Zonta der Buhmann der pro-Schumacher-Medien, so muss man in diesem Falle erkennen, dass M. Schumacher diesen Unfall zu mindestens 51% selbst zu verschulden hatte. Was auch außer ihm alle einsahen.
Der Ausgangspunkt für die Ereignisse der ersten Rennhälfte ist schon im Qualifying zu suchen. Die bei nassen Trainings traditionell etwas merkwürdige Aufstellung musste erst einmal wieder korrigiert werden. Die Protagonisten dieser Rennphase waren HH Frentzen und Rubens Barrichello, die vom 17. bzw. 18. Startplatz in vordere Gefilde vorfuhren und in nahezu jeder Runde mit einem Überholmanöver begeisterten.
Doch wer so durchs Feld pflügen kann, muss eine andere Strategie fahren und so konnte es kaum verwundern, dass die beiden schon nach knapp einem Drittel der Renndistanz das erste mal zum Boxenstopp hereinkamen. Dass der Jordan auch auf dieser Strecke das drittbeste Auto ist, bewies, mehr noch als Frentzen, der wieder stark fahrende Jarno Trulli, der Frentzens Position im Team in den letzten Rennen immer wieder in Frage stellte und sich ebenfalls für eine Vertragsverlängerung empfiehlt.
Dann folgte dass eigentliche Kuriosum dieses Grand Prix. Ein militanter Störenfried (einige Streckenposten berichteten, er habe ein langes Kinn und einen rheinischen Dialekt gehabt und unter dem weißen Gewand einen roten Overall getragen), unterbrach die souveräne McLaren Prozession am vorderen Ende des Feldes, da zu seiner Unschädlichmachung das Safety-Car auf die Strecke geschickt wurde. Da McLaren aber nicht beide Fahrer gleichzeitig zum Stop reinholen konnte, musste Coulthard ein Runde länger warten und viel auf den 6. Platz zurück. Die Safety-Car-Phase nach dem Alesi-Diniz Crash brachte keine Veränderung.
Um auch die letzten Runden des GP noch interessant zu gestalten, bat sich jetzt etwas Regen an, nicht zuviel, aber genug um einen Reifenwechsel nicht zu erzwingen aber doch zumindest zu erlauben. Außer Barrichello und Frentzen wechselten alle, die einen früher, Coulthard später. Frentzen scheidet wegen eines Elektrik-Problems aus, Trulli und Zonta müssen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung einen 10 Sekunden extra Stopp einlegen und Barrichello gewinnt den GP vor den McLaren und den aus dem Nichts des Feldes aufgetauchten Jenson Button und Mika Salo.
Arrows hinterliess wieder einen sehr starken Eindruck und wurde dafür mit immerhin einem WM-Punkt belohnt. Das ist keine riesige Ausbeute, aber nach der ebenfalls starken Vorstellung in Österreich, die mit einem Doppel-Ausfall endete, ein Punkt, der das Team an Jaguar vorbei auf Platz 8 der Konstukteurs-Wertung ziehen lässt. Ebenfalls glücklich über 2 Punkte muss das Sauber-Team sein, wo der wohl zu Toyota wechselnde Mika Salo nach seinem Husarenritt im Vorjahr bestätigen konnte, dass ihm die Strecke liegt.
Ein Phänomen ist für mich das Jordan-Team. Das Potenzial zu Rang 3 bei den Teams ist immer wieder zu sehen, zwei gute Fahrer, die kaum Fehler machen, und trotzdem sind außer den 7 Punkten aus Brasilien (2. Saison-Rennen) nur 4 sechste Plätze erreicht worden. Ob Getriebe- oder Elektronik-Schaden oder wie bei Trulli die ärgerliche 10 Sekunden Stop-and-Go Strafe, der definitiv vorhandene Speed kann einfach nicht in zählbare Resultate umgesetzt werden. HHF hat das letzte mal am 7. Mai gepunktet.
Ähnliches gilt auch für Ricardo Zonta bei BAR. Seit Kanada ist ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen, aber im Rennen kommt dann doch immer wieder etwas dazwischen. Das ist vor allem deshalb schade, weil er dadurch seinen Platz in der Formel 1 verlieren kann. Aber noch sind ja 6 Rennen zu fahren.
Während bei Sauber noch kein Fahrer für die nächste Saison feststeht, sieht Williams sich in der verzwickten Situation, drei sehr gute Piloten zu haben. Nachdem Jenson Button einem starken Saisonbeginn eine gewisse degressive Entwicklung folgen ließ, tat er in den letzten beiden GP das, wofür HHF und Ralf Schumacher im letzten Jahr zu den Gewinnern der Saison erklärt wurden: Er fährt unauffällig aber konstant und schnell und holte aus zwei für Williams schwarz aussehenden Wochenenden 5 WM-Punkte, die Williams am Pech Fisichellas vorbei auf Rang drei der Konstrukteurs-WM bringen. Und nicht nur Gerhard Berger und sein BMW-Kollege Dr Mario Theissen bezweifeln inzwischen, ob man diesen talentierten Jüngling wirklich, wenn auch nur leihweise, aus der Hand geben soll und ihn durch den sicher auch sehr guten Rennfahrer JP Montoya ersetzen sollte. Nach den Unterschriften von Villeneuve bei BAR und Frentzen bei Jordan, ist das auch die Schlüsselfrage und Button die Schlüsselfigur für das Transferkarussell.

Euer Alex!

 

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