Kolumne: Alex´Corner

Alex´Corner ist die Formel-1 Kolumne unseres Experten Alex. Hier erfahrt Ihr immer die allerwichtigsten Neuigkeiten, geheime Trends, spekulative Vermutungen und alles, was der wirkliche F1-Fan begehrt. Da, wo sich der Laie wundert und der Fachmann staunt, da fängt Alex´Corner erst an..

In seinen wöchentlichen Telefonaten mit Bernie, Max und Co. dringt Alex in Sphären vor, die kein Kai Ebel zuvor gesehen hat...

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2001-11-15: Time to say Goodbye

Es ist geschafft. Endlich hat diese ekelig Schumi-rote Saison ein Ende. Und natürlich muss Michael Schumacher auch dies letzte Rennen noch gewinnen. Der Ferrari war dies Jahr einfach zu überlegen. Nicht nur der reine Speed, sondern vor allem auch die Zuverlässigkeit führten zu diesem von Niemandem gewünschten Ausgang der WM.
Aber wir konnten erkennen, dass auch Ferrari nicht übermächtig ist. Mit gleichwertigem Material hätte wohl ein anderes Team dies Rennen gewonnen. Denn taktisch nahmen die Italiener am Sonntag jeden nur irgendwie möglichen Fehler mit. Michael Schumacher kam nach beiden Boxenstopps direkt hinter Mika Hakkinen wieder auf die Strecke und verlor beide Male wertvolle Sekunden auf Montoya. Einmal kann man sich so verrechnen, aber beim 2. Stop genau den selben Fehler noch mal zu machen, das ist schon eine Kunst.
Aber das ist steigerungsfähig. Und zwar indem man auf dieser Strecke eine 3-Stopp-Strategie fährt, um die Überlegenheit des Autos zu verschleiern. So wie bei Barrichello geschehen. Einen kurzen ersten Turn zu fahren um möglichst leicht zu Starten und dann die Williams zu überholen, ist keine schlechte Idee, wenn auch etwas unrealistisch, sofern JPM in einem dieser Autos sitzt. Aber die anderen Turns genau so kurz zu halten und weitere 20 Sekunden an der Box zu verlieren, ist schon etwas unklug. Zumal man ja nachdem es klar war, dass Rubens auf der Strecke nicht an Montoya vorbei kommt, beim ersten Stop noch hätte reagieren und auf 2 Aufenthalte umstellen können.
All das und die vor allem die Leistung der BMW.Williams in den letzten Saison-GP stimmt mich zumindest für 2002 optimistisch. Man muss hier aber aufpassen, dass der interne Kampf um die Vormachtstellung im Team nicht eskaliert. Denn anders als zu Senna/Prost – Prost/Senna Zeiten wären heutzutage andere Teams da, die sich für geschenkte Punkte bedanken würden.
Eines dieser Teams ist McLaren. Nach Indianapolis dachte ich eine Zeit lang ernsthaft, man habe die Krise überwunden und zu alter Stärke zurück gefunden. Doch das erwies sich in Japan als Strohfeuer. Im Gegenteil, hätte die Saison noch 2-3 Rennen mehr gehabt, wäre Benetton vom Speed her an McLaren vorbeigezogen und Williams hätte sich wohl noch den 2. Platz bei den Konstrukteuren geholt.
Ich möchte, vielmehr muss ich, mich leider an dieser Stelle von Mika Hakkinen verabschieden. Die Formel 1 verliert mit ihm eines der Zugpferde und er wird nicht 2003 zurückkehren, wie er es geplant hat. 1 Jahr ist in der Formel 1 viel Zeit und treu dem Motto: „Aus dem Auge aus dem Sinn“ wird man Mika schnell vergessen sein. Aber die Möglichkeit, dass wir ihn 2002 schon bei Toyota in der Formel 1 wiedersehen, sollte man nicht ausschließen. Oder Hakkinen in der DTM, auch das wäre eine denkbare und wünschenswerte Alternative. Sowohl für ihn, als auch für die Serie.
Aber zu Benetton. Beängstigend starke Vorstellung, was die beiden da gezeigt haben. Die Plätze 6 und 9 im Qulifying und das Rennen von Fisichella bis zu seinen technischen Problemen deuten schon jetzt an, was von Renault 2002 zu erwarten ist. Wer sich während einer Saison vom ärgsten Widersacher der Minardi zur Nummer 4 hinter den 3 Topteams mausert, der ist über die Winterpause hinweg zu noch ganz anderen Entwicklungen fähig. Und diese Aussage potenziert sich, wenn man sich die Fahrerkombination für die nächste Saison ansieht. Button wird in einem konkurrenzfähigen Auto seine Motivation zurück finden und mit Jarno Trulli werden die Renault sicher 2 Punktegaranten werden. Mindestens.
Zum Abschluss auch noch ein au revoir an Jean Alesi. Es ist Schade, dass er nicht noch ein Jahr dranhängt, um in der ewigen GP-Start-Statistik auf Platz 2 vorzustoßen. Man wird 2002 nicht merken, dass er fehlt, aber durch Fahrer wie ihn ist die Formel 1 zu dem geworden, was sie heute ist. Danke Jean, für so viele unterhaltsame GP.
Und wo wir gerade dabei sind: Tschüss Benetton. Zum Glück fällt nur der Name weg und das Team bleibt uns erhalten.
Zum Schluss möchte ich noch auf die teamweisen Saisonrückblicke hinweisen, die in den nächsten Wochen hier nach und nach erscheinen werden.

Euer Alex!

 

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